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Kindern mehr zutrauen – Michaeleen Doucleff

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Inhalt

Wir leben in einer Zeit des pädagogischen Überangebotes. Da will dies Buch einen Gegensatz bilden und geht zurück zu den Ursprüngen der Kindererziehung indigener Völker. Die amerikanische Journalisten Michaeleen Doucleff reist in die Dörfer indigener Völker und berichtet über ihre Erlebnisse dort und gibt alltagstaugliche Lebenshilfe für die moderne Welt und für ein gelasseneres und stressfreieres Leben mit Kindern.

Meine Meinung

Ich habe dies Buch über einen längeren Zeitraum in kleinen Häppchen gelesen. Das Buch gab mir immer wieder neue interessante Gesprächsgrundlagen mit Freundinnen. Wir diskutierten die Ideen und Erfahrungen der Autorin gemeinsam aus und manche Dinge testeten wir direkt bei unseren Kindern – mal mit Erfolg, mal mit weniger Erfolg.

Das Buch lässt sich leicht lesen und ist interessant geschrieben. Ich bin ehrlich gesagt hin- und hergerissen zwischen „tollem Buch“ und „mhh ne irgendwie nicht das Wahre“. Aber genau das macht das Buch für mich interessant. Das was von den indigenen Völkern berichtet wird, klingt erstmal sehr spannend und gut. Aber nicht alles ist natürlich 1 zu 1 übernehmbar. Manches würde ich auch gar nicht übernehmen wollen. Mir erschien die Autorin leider als sehr überforderte Mutter, die null in sich ruhte. Damit konnte ich mich nicht identifizieren. Ich schüttelte oft den Kopf über ihre Aussagen über sich selbst. Manche Dinge, die empfohlen wurde, lehne ich komplett ab. Manche Ansichten teile ich überhaupt nicht. Andere hingegen finde ich sehr gut und stimme völlig zu. Und in einigen Teilbereichen weiß ich zwar, wie die Autorin es meint, sehe es aber als nicht deutlich genug erklärt an und sehe die Gefahr, dass manch Leser es falsch umsetzt.

Immer wieder gibt es Zusammenfassungen der voran gegangenen Kapitel. Das ist als Gedankenstütze fürs spätere nochmal nachschlagen sehr praktisch.

Für meine Freundinnen und mich gab das Buch eine spannende Diskussionsgrundlage. Wir sprachen wirklich häufig die einzelnen Kapitel durch und berichteten uns gegenseitig, wenn wir etwas ausprobierten. Beispielsweise, wenn Kinder morgens laut lärmen, soll man nicht schimpfen und meckern, dass Ruhe herrschen soll. Nein, man solle lieber in neutralem Ton fragen und zum Nachdenken anregen: „Wer ist gerade rücksichtslos?“ Das wäre effektiver als die Stimmung mit Schimpfen zu belasten. Problemen daran, wenn man Zwillinge hat….. sie zeigen gegenseitig aufeinander als Antwort…. und lärmen kurz drauf weiter. Und doch einen Funken nachdenken konnte ich nach einiger Zeit erkennen. Besserung allerdings weniger 😉 Jedoch war die Stimmung langfristig angenehmer. Die Wirkung der Frage im Vergleich zum Schimpfen war gleich – sie wurden für den Moment leiser (auch wenn sie wie gesagt kurz später weiterlärmten, aber das tun sie beim Schimpfen gleichfalls) – aber die Gesamtstimmung war schöner bei gleicher Kinderreaktion.

Das Buch empfehle ich nur reflektierten Eltern, die wirklich über das Gelesene nachdenken und hinterfragen und dabei das eigene Kind mit seinen Eigenarten im Blick haben. Nicht alles an Empfehlungen im Buch empfinde ich als guten Rat, aber es gibt auch Vieles, was man mitnehmen kann. A

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