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Bruno will hoch hinaus

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Nach „Lina, die Entdeckerin“ gibt es nun „Bruno will hoch hinaus“. In diesem Buch erfährt Bruno alles über seinen Körper. Warum wird der Penis manchmal größer und fest und wieso tut ein Schlag in die Hoden so weh, sind nur zwei der Fragen derer sich das Buch annimmt. Das Buch ist ab vier Jahren empfohlen und die Informationen sind eingebettet in eine kindliche Geschichte.

Im Vergleich zum Buch über Lina, finde ich das Buch über Bruno deutlich gelungener und sinnvoller. Das sei erstmal vorweg gesagt. Die Geschichte über den Jungen, der eine Rakete bauen will, um ins All zu fliegen, ist etwas platt und hat mit Aufklärung an sich überhaupt nichts zu tun, allerdings hat man relativ passend die Themen rund um den Tag von Bruno mit eingebaut. Bruno wacht auf, zieht sich an, denkt drüber nach wie man den Penis so nennt, geht auf Toilette, malt einen Raketenbauplan, den Papa dann bauen lässt, geht Fußballspielen, bekommt einen Ball in die Hoden geschossen, geht heim duschen und kontrollieren, ob der Penis noch heil ist, denkt dabei drüber nach wie wohl die anderen Mannschaftsmitglieder duschen und später aussehen, geht ins Bett und räumt von seinem Flug ins All.

In der Geschichte fließen dann folgende Themen ein:

  • sich als Junge, Mädchen oder gar nichts von beiden fühlen obwohl man einen Penis hat
  • Beschnitten und Unbeschnitten
  • Umgangssprachliche Namen für den Penis
  • wie man am besten auf Toilette pinkelt (im Sitzen)
  • Schmerzende Hoden, Aufbau des Intimbereiches
  • Säuberung des Penis
  • Körperliche Veränderungen im Alter, dabei ebenfalls Transgender mit aufgezeigt
  • Spielen am Penis in ungestörter Umgebung
  • „Dein Körper gehört Dir“
  • Warum der Penis manchmal steif wird

Was mir am Buch sehr gut gefällt, ist dass es komplett ohne den sexuellen Bezug auskommt. Es ist wirklich ein reines Buch über den männlichen Körper. Allerdings finde ich es teils ein wenig „drüber“. Beispielsweise als Bruno dann im Traum in den Weltall fliegt, wieso muss er als Astronaut ein Handy vor sich halten, ein Selfie machen und „Peeeeeennnnniiiiis“ sagen? Was soll das?

Die Thematiken ansonsten sind gut und nicht all zu weiterführend verpackt. Dass sei Körper ihm gehört und nur er erlaubt, wer ihn anfasst und wenn ihm etwas unangenehm ist, er es Mama oder Papa sagen soll, ist nur ein winziger Absatz nebenbei. Hier sollte man es so betrachten, dass es nur eine Art Grundlage ist das Thema gesondert aufzugreifen. Es ist sozusagen nur ein erster Hinweis, um es im Kind schon mal zu verankern.

Bei dem Thema Beschneidung bin ich hin- und hergerissen, ob ich es gut finde, dass es vorkommt, oder es eher nicht gut finde. Ich finde es gut, dass es thematisiert ist, wenn man den Bedarf dazu hat. Ich kann mir vorstellen, dass es bei manchem Kind vielleicht auch Ängste auslösen kann oder das Kind dazu animiert extra in zu jungem Alter die Vorhaut zwangsweise zurückziehen zu wollen, weil es nicht operiert werden will. Dadurch, dass solche Informationen aber in einer anderen Schriftart geschrieben sind, können Eltern gut koordinieren, ob sie das Thema nicht auch einfach weglassen bis die Kinder älter sind.

Der Zeichenstil des Buches finde ich gelungen und die Bilder sind allesamt gut und vorzeigbar. Es ist ein Buch, dass in der Kürze sehr viele Informationen liefert, diese aber nur sehr begrenzt und nicht überfordernd, was es gerade für junge Kinder geeignet macht. Für Grundschulkinder ist es dann eher eine Grundlage für weiterführende Gespräche.

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