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Die schrecklich schöne neue Welt des Professor Furtwanger – Adrian Suter

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Inhalt:

In der afrikanischen Steppe soll es eine spezielle Spezies der Stabschrecke geben, welche, wenn man sie verzehrt, Unsterblichkeit verleihen soll. Hitler hat davon erfahren und ist am ewigen Leben natürlich interessiert. So kommt es dass kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine Sondereinheit unter Leitung von Oberst Dr. Furtwanger auf die “Expedition Mantodea” geschickt wird. Ob es gelungen ist, erfahren wir erst 140 Jahre später, in einer technologisch hochstehenden und friedfertigen, jedoch auch skurrilen und kitschigen Welt, in der sich die Menschheit dem Konsumrausch hingibt. Aber es ist nicht alles so wie es scheint, denn es herrscht eine totale Kontrolle des Regimes, welches kurz vor dem Endziel steht. Adolf Hitler soll von den Toten erweckt werden, damit der Führer sein ewig währendes Reich des Schreckens und der Diktatur des Grauens erreichten kann.

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Meine Meinung:

Die Inhaltsbeschreibung klang für mich so surreal, dass ich total neugierig auf dies Buch wurde.

Alles beginnt mit der Expedition. Die Stabheuschrecke wurde wie die Stecknadel im Heuhaufen gesucht. Man war abgeschnitten von der Welt und dem Weltgeschehen. Dann fand man sie und kam gerade noch so rechtzeitig zurück nach Berlin, wo Hitler in seinem Bunker bereits die Waffe in der Hand hielt.

Zeitsprung ins Jahr 2000. Genauer gesagt Silvester 1999 zum Übergang ins neue Jahrtausend. Al feiert mit seinem Freund Silvester und lernt die wunderschöne Bea kennen. Sie verlieben sich, sie kommen zusammen, sie heiraten, sie leben über ihre Verhältnisse, Drogen und Alkohol tun ihr übriges. Al wird zum totalen Versager, kriminell, depressiv und die Beziehung beginnt zu zerbrechen. Immerhin hatte Bea einen Job angenommen bei Dr. Furtwanger als seine persönliche Assistentin. Als Al kurz vor dem Selbstmord steht, weil er überhaupt nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll, bittet Bea Professor Furtwanger um Hilfe. Und dieser hilft auf ungewöhnliche Art und Weise indem er Al mit einem Pulver für seine Experimente missbraucht. Er lässt ihn unwissentlich ein Pulver zu sich nehmen, welches ihn in einen fast hundertjährigen Schlaf versinken lässt.

Allans innerer Kampf mit sich selbst ist sehr surreal und doch logisch. Nach der ewig langen Litanei des ins Selbstmitleids zerfließen, des immer wieder Scheiße bauenden Ehemannes, der sich immer mehr in die Kacke reitet, je mehr er versucht sich freizustrampeln, nervte nämlich sehr. Es war mir zu klischeehaft, jedoch muss ich die Meinung revidieren, denn es fügte sich einfach nur perfekt in den restlichen Verlauf der Geschichte und war notwendig.

Als Al erwacht, ist er noch immer unverändert gleichalt. Die Welt um ihn rum hat sich jedoch auf drastische Weise verändert. Die Menschheit ist halbiert und die Technik extrem in die Zukunft katapultiert worden. Mehr und mehr erfährt er über die neue Gesellschaft und die Zeit in der er nun lebt. Er erfährt von seiner Unsterblichkeit und stellt mit Erschrecken fest, dass Professor Furtwanger sowas wie der oberste Befehlshaber der neuen Ordnung ist. Er muss erkennen, dass die Menschheit in einer Art Knechtschaft gefangen ist und vieles, was den Menschen ursprünglich ausmachte, abgeschafft wurde. Gefangen in starren Regeln und Gesetzen mit Todesstrafe als Folgen bei Vergehen, erkennt er die Grausamkeit der neuen Zeit. Auch kommt er nach und nach hinter das Geheimnis, dass des Doktors und dessen Pläne Hitler zu neuem Leben zu erwecken. Das will er verhindern. Doch wie? Freunde stehen ihm zur Seite, denn die Lebensspanne der gesamten Menschheit wurde insgesamt ebenfalls deutlich verlängert.

Ab dem Zeitpunkt, wo es um die neue Zeit ging, begann ich das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Ich fing an es mitzuschleppen und das bedeutet einiges. Es heißt nämlich, dass ich gefesselt war und die Geschichte mit einnahm. Der Schreibstil des gesamten Buches war flüssig und nun wurde es auch noch zunehmend spannend. Zwar dachte ich mir gegen Ende schon langsam, wie es ausgehen könnte und wurde dann auch darin bestätigt, aber das tat der Gesamtstory keinen Abbruch.

Diese Geschichte ist anders als das meiste, was ich je gelesen habe. Skurril und doch logisch, spannend und teils auch mal öde, was jedoch der Geschichte zuträglich ist. Mich faszinierte das Buch und ich war wirklich mal erfreut darüber eine ungewöhnliche und außergewöhnliche Geschichte gelesen zu haben.

Von dem Autor bitte mehr!

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