Sachbücher

Neue Lernmythen aufgedeckt – Yvonne Konstanze Behnke

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Bereits der erste Band „Lernmythen aufgedeckt“ konnte mich überzeugen. Umso gespannter war ich natürlich, welchen Mythen Yvonne Konstanze Behnke in ihrem zweiten Buch auf den Grund gehen würde. Immerhin kursieren rund um das Lernen so viele vermeintliche Weisheiten, dass der Stoff vermutlich noch für einige Fortsetzungen reichen dürfte.

Worum geht es?

In „Neue Lernmythen aufgedeckt“ beschäftigt sich die Autorin mit weiteren verbreiteten Annahmen über das Lernen. Sie untersucht, woher diese stammen, was wissenschaftlich tatsächlich an ihnen dran ist und warum sie sich teilweise so hartnäckig halten.

Dabei geht es nicht nur um klassische Vorstellungen über das Lernen, sondern auch um neuere Entwicklungen. Die digitale Welt, künstliche Intelligenz und der Einsatz neuer Technologien bringen schließlich nicht nur neue Möglichkeiten mit sich, sondern offenbar auch gleich eine passende Lieferung neuer Mythen. Wäre ja sonst auch zu einfach.

Wie schon im ersten Band werden die einzelnen Behauptungen nicht einfach als Unsinn abgetan. Die Autorin schaut genauer hin, erklärt die Hintergründe und arbeitet heraus, ob sich darin vielleicht doch ein wahrer Kern verbirgt. Anschließend zeigt sie, was nach aktuellem wissenschaftlichem Stand tatsächlich funktioniert.

Meine Meinung

Der Aufbau des Buches gefällt mir wieder ausgesprochen gut. Die einzelnen Lernmythen sind klar voneinander getrennt und übersichtlich gestaltet. Besonders gelungen finde ich die Bilder. Schon beim Durchblättern kann man sich schnell orientieren und gezielt den Mythos heraussuchen, der einen gerade interessiert.

Man muss das Buch deshalb nicht zwingend von der ersten bis zur letzten Seite linear lesen. Man kann genauso gut darin blättern, an einer Überschrift oder einem Bild hängen bleiben und genau dort einsteigen. Für ein Sachbuch, das man sicherlich auch später noch einmal zur Hand nimmt, ist das ausgesprochen praktisch. Niemand möchte schließlich jedes Mal wieder bei Seite eins anfangen, nur weil einem eine bestimmte Behauptung über das Lernen im Kopf herumspukt.

Sprachlich bleibt Yvonne Konstanze Behnke ihrem Stil treu. Auch wissenschaftliche Zusammenhänge werden leicht verständlich erklärt, ohne dabei oberflächlich zu werden. Man benötigt kein Studium der Lernpsychologie, um den Ausführungen folgen zu können. Fachbegriffe werden dort verwendet, wo sie notwendig sind, aber nicht einfach in den Raum geworfen und dem Leser zum Fraß vorgeworfen.

Mir gefällt außerdem, dass die Autorin den einzelnen Mythen wirklich auf den Grund geht. Sie erklärt nicht nur, dass eine verbreitete Annahme falsch oder zumindest zu stark vereinfacht ist, sondern zeigt auch, wie sie entstanden ist und weshalb sie bis heute weitergegeben wird. Gerade das macht das Buch interessant. Viele dieser Aussagen wirken schließlich auf den ersten Blick durchaus logisch. Wenn etwas oft genug wiederholt wird, wird daraus allerdings noch lange keine wissenschaftliche Tatsache – auch wenn das Internet dieses Verfahren gelegentlich für ausreichend zu halten scheint.

Sehr hilfreich finde ich erneut die zahlreichen Quellenangaben. Wer bei einem Thema tiefer einsteigen oder die genannten Untersuchungen selbst nachlesen möchte, bekommt dafür die passenden Anhaltspunkte. Das Buch verlangt also nicht, dass man den Aussagen der Autorin einfach glaubt. Es bietet die Möglichkeit, selbst weiterzurecherchieren und sich ausführlicher mit einzelnen Themen zu beschäftigen.

Obwohl sich das Buch unter anderem an Menschen richtet, die beruflich mit Lernen, Weiterbildung oder Personalentwicklung zu tun haben, ist es keineswegs nur für diesen Bereich interessant. Lernen begleitet uns schließlich nicht nur bei Fortbildungen im Unternehmen. Auch Eltern, Lehrkräfte, Schüler, Studierende und eigentlich alle Menschen, die sich neues Wissen aneignen möchten, begegnen solchen Mythen.

Mein Fazit

„Neue Lernmythen aufgedeckt“ ist eine gelungene Fortsetzung, die sich erneut spannend und leicht verständlich mit verbreiteten Annahmen über das Lernen beschäftigt. Der übersichtliche Aufbau, die einprägsamen Bilder und die klare Trennung der einzelnen Mythen machen das Buch nicht nur angenehm lesbar, sondern auch zu einem guten Nachschlagewerk.

Wer bereits den ersten Band mochte, kann auch beim zweiten bedenkenlos zugreifen. Aber auch ohne Vorkenntnisse lässt sich das Buch problemlos lesen. Ein verständliches, gut aufgebautes Sachbuch, das zeigt, warum es sich lohnt, vermeintlich sichere Wahrheiten gelegentlich doch noch einmal genauer anzusehen.

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Autor

42 Jahre, verheiratet, Zwillingsmama, Hannoveranerin und begeisterte Leseratte.

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