Die Feuer von Prag – Kisch ermittelt
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Wir schreiben das Jahr 1913. An einem kalten Frühlingsmorgen steht der Fluss in Flammen. Ein brennendes Schiff treibt auf der Moldau und die Menschen in Prag verspüren Furcht. Gerade noch feierte Oberst Redl, ein mit allen Wassern gewaschener k.u.k. Geheimdiebstler, auf dem Schiff eine seiner Orgien und nun brennt es lichterloh. Egon Erwin Kisch und seine Kollegin Lenka Weißbach forcieren ihre Ermittlungen als auch noch die Prager Luft brennt. Was hat der rätselhafte Redl vor? Welches Spiel spielt er? Und was, wenn auch noch die Erde Feuer fängt?

Vor genau einem Jahr hatte ich den ersten Band gelesen. Schon damals empfand ich das Eintauchen in die Zeit als das wahre Leseerlebnis. Auch dieses Mal ist das drumherum sehr faszinierend. Da das Buch sich an reale geschichtliche Ereignisse und Personen anlehnt, ist es kein Wunder, dass mir das Buch so „echt“ vorkam. Das soziale Miteinander, die Umgangsregeln, das ganze Leben in dieser Zeit empfand ich als sehr authentisch und interessant.
Die Geschichte an sich hat sich mir anfangs noch nicht wirklich erschlossen. Die Brände und das Verkaufen von Militätgeheimnissen – irgendwie passte das nicht wirklich zusammen. Es sind eher nebeneinander laufende Stränge, wobei mir die Brand-Geschichte irgendwie zu kurz kommt und sich deren Auflösung für mich eher banal anfühlte. Die Geschichte plätschert dahin, irgendwie ist der Spannungsbogen für mich stetig gleich auf einem Niveau geblieben, auf dem ich weiterlesen wollte. Es gab keine extremen Höhen und Tiefen, sondern nur gleichbleibende Neugier.
Tatsächlich habe ich nur aufgrund des Nachwortes gewusst, dass es sich auf reale Ereignisse bezieht und diese fiktiv umgesetzt hat. Das nachrecherchieren der echten Person Oberst Redl war gleichfalls spannend.
Würde ich das Buch empfehlen? Durchaus ja. Würde ich weitere Romane der Autoren lesen? Auf jeden Fall. Mir gefiel der Schreibstil, es fesselte mich ohne zu aufregend zu sein. Und nicht eine Sekunde war es langweilig. Definitiv würde ich es empfehlen.

