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Die schweigende Tochter – Penelope Evans

Inhalt:

Kim Carr wurde in jungen Jahren von ihrer Mutter verlassen. Sie lebt daher mit ihrer Großmutter und ihrem überaus charmanten und charismatischen Vater zusammen. Warum die Mutter weg ist, weiß Kim nicht. Es wird nicht über “sie” gesprochen. Eine Narbe an ihrem ein und Albträume lassen Kim allerdings ahnen, dass damals etwas Schreckliches passiert sein muss. Und dann kommt eines Nachts die Erinnerung zurück….

Meine Meinung:

Ein solches Buch habe ich bislang noch nicht gelesen. Es ist ein durch und durch düsteres Buch. Aus der Sicht von Kim erfährt der Leser nach und nach mehr von ihrer abstrusen Gedankenwelt, dem Umfeld und ihrem Leben. Innerlich kaputt wirkt Kim auf den Leser und immer mehr schleichen sich Vorahnungen über die anderen Personen ein. Der allseits beliebte Vater – vielleicht doch kein so netter Kerl? Eher ein fanatischer Religionsmann mit unlogischen Ansichten und einer prägenden Lebensart. Kims Gedanken und Handeln ist einem fremd. Ihre Freundinnen reagieren oft unlogisch. Bruchstückchenhaft wird alles aneinandergereiht. Menschliche Normalität Fehlanzeige. Man muss als Leser sein Verständnis von Normal runterschlucken. Ein Kind, was in einem solchen Haus aufwuchs, kann nicht normal sein. Und doch fühlt sie sich normal.

Am Ende fügt sich alles zusammen, die Vorahnungen werden noch übertroffen. Was sich vorher wie Kaugummi zog, entlädt sich auf wenigen Seiten.

Finde ich das Buch nun gut oder nicht? Ich kann diese Frage kaum beantworten. Es ist sehr gut geschrieben. Und doch ist es totlangweilig. Dennoch will man es weiterlesen, weil es einfach so sonderbar ist. Es ist düster und die ganze Zeit spürt man das Böse im Kern. Das macht das Buch aus. Nicht eine hyper tolle Geschichte sondern ein dauerhaftes Gefühl des “man will nicht um die Ecke gucken, aber man muss um die Ecke gucken”.

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