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Vatter baut ab Eine Geschichte von Demenz und Liebe – Bernd Eichmann

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Inhalt:

Bernd Eichmann beschreibt die letzten 2,5 Jahre mit seinem Vater. Er ist an Alzheimer erkrankt und wurde von seinem Sohn aus der eigenen Wohnung zunächst ins Heim und dann zu sich nach Hause geholt. Dort richtete er “Vatter” ein schönes Zimmer ein, um ihn zu pflegen. In nur 2 Jahren baute sein Vater sehr stark ab und Bernd Eichmann versucht den Wandel, den sein Vater durch die Erkrankung mitmachte, voller Liebe zu beschreiben.

Meine Meinung:

Wer hier ein Ratgeberbuch erwartet, der liegt falsch. Hier findet man als Angehöriger eines Demenzkranken keine Ratschläge. Jedoch findet man hier kleine Hinweise darauf, wie es sein kann. Nur groß umrissen, mehr auf die innere Welt des Pflegenden bedacht. Vor allem das Gefühl kommt gut herüber. Das Gefühl von Abbau. Das Gefühl von Verlust des Seins, aus den Augen des Sohnes. Der kultivierte aktive Vatter wird zum Teddybärkuschler im Bett, dessen Welt nur noch aus einem Fenster besteht. Das ist nicht leicht zu verarbeiten.

Das Buch umschreibt sehr dezent die Veränderung. Leicht verklärt, ganze Aspekte der Erkrankung fehlen mir, Andere sind jedoch durchaus deutlich dargestellt.

Es gleicht eher einer Hommage als einem Erfahrungsbuch. Lässt einen nachdenklich zurück, wie schwer die Krankheit wiegt und was sie dem Erkrankten und vor allem der Familie und dem Pflegenden abverlangt. Das Endstadium trat bei Bernd Eichmanns Vater sehr schnell ein. 2 Jahre ist wirklich flott für Alzheimer. Er hat sehr viel versucht für seinen Vater zu tun. Einen dementen Menschen zu pflegen erfordert viel Kraft. Dafür zolle ich dem Autor meinen Respekt.

Mir gefiel das Buch, als Erfahrungsbericht auf Gefühlsebene ohne Ratschläge. Ein Buch zum Nachdenken über die Erkrankung.

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